Chemische Industrie
und Kunststoffverarbeitung

Tradition und Innovation - Unternehmen in Berlin-Brandenburg

Die Chemieindustrie zählt zu den bedeutendsten Industriezweigen Brandenburgs. Große Chemieparks in Schwedt/Oder, Premnitz, Guben und Schwarzheide prägen mit großen strukturbestimmenden Unternehmen insbesondere die peripheren Regionen Brandenburgs. Der Umsatz der Branche lag in 2009 bei 1,4 Mrd. Umsatz. 29 größere Unternehmen beschäftigten über 4.300 Mitarbeiter.

Die Chemiefirmen in der Region gehören zu den führenden Unternehmen ihrer Branchenbereiche in Europa, z.B. PCK-Raffinerie in Schwedt (Mineralölverarbeitung), BASF in Schwarzheide oder Atotech in Neuruppin sowie die großen Kunstfaserproduzeten Trevira und Performance Fibers in Guben und die Märkische Faser in Premnitz.

Brandenburg ist eine der bedeutendsten Regionen bei der Herstellung von biogenen Kraftstoffen. Fünf größere Unternehmen produzieren Biodiesel bzw. Bioethanol aus nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Raps und Mais. Sie stärken insbesondere die Wirtschaftskraft der ländlichen Regionen Brandenburgs und nutzen u.a. die Synergieeffekte in den großen Chemieparks.
Unternehmen: Biodiesel Wittenberge, EOP Biodiesel in Pritzwalk, Bioeton in Kyritz, Verbio in Schwedt/Oder und Biopetrol in Schwarzheide.

Die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren ist in Brandenburg überwiegend mittelständisch geprägt und deckt eine breite Palette der Kunststoffverarbeitung ab. Die Unternehmen sind u.a. kompetente Zulieferer der Fahrzeugherstellung. In 62 Unternehmen (über 20 Mitarbeiter) arbeiten über 5.200 Beschäftigte. Die Branche machte 2009 einen Jahresumsatz in Höhe von fast 1 Mrd. €. Die Exportquote lag bei über 35%.

Bedeutende kunststoffverarbeitende Unternehmen (Auswahl): Vestas Blades Deutschland in Lauchhammer, Wirthwein in Nauen, PAS und ESE in Neuruppin, Fränkische Rohrwerke in Schwarzheide, Bruss in Brieselang. In der Gummiverarbeitung sind Unternehmen wie z.B. Pneu Laurent in Oranienburg, Dunlop Reifenwerk in Fürstenwalde, Motzener Kunststofftechnik, Matec Gummiwerk in Caputh und Contitech in Hoppegarten tätig.

Die Branche hatte aufgrund der Wirtschaftskrise in 2009 einen Umsatzrückgang zu verzeichnen, wobei die Beschäftigtenzahlen relativ stabil geblieben sind.

Kunststoffkompetenzzentrum Schwarzheide

Das Kunststoffkompetenzzentrum Schwarzheide, in dem mittlerweile 85 Unternehmen und Organisationen mitarbeiten, will den Marktzugang für brandenburgische Kunststoffprodukte verbessern. Ziel ist es, leistungsfähige Kooperations- und Zulieferketten von der Kunststoffchemie bis zu Verarbeitung und Einsatz von Kunststoffen zu etablieren. Zur Absicherung des Fachkräftenachwuchses soll im Jahr 2006 ein Studiengang Kunststofftechnik an der Hochschule Lausitz eingerichtet werden.

Forschungseinrichtungen mit  Kunststoffkompetenz

Brandenburg verfügt mit dem Fraunhofer Institut für angewandte Polymerforschung in Golm sowie der Außenstelle Polymaterialien und Composites des Fraunhofer Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration in Teltow über zwei überregional tätige Einrichtungen mit anerkannter Kunststoffkompetenz. Wissenschaftliche Expertise mit Produktions- und Marktkompetenz der Unternehmen zu verknüpfen, ist eine Herausforderung der Zeit.

 


Branchentransferstelle

Branchentransferstellen bieten Ihrem Unternehmen optimale Unterstützung bei der Entwicklung Ihrer innovativen Ideen: von der Kontaktvermittlung zu relevanten Experten über die Beantragung von Fördermitteln bis hin zur administrativen Abwicklung des Kooperationsprojektes.

Für Ihre Branche gibt es folgende Transferstelle in der Hauptstadtregion:


Projektleitung: Kerstin Dohrmann
Projektträger:  Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP
Kontaktdaten:  Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP
Branchentransferstelle Chemie/Kunststoff
Geiselbergstraße 69
14476 Potsdam-Golm
Telefon: +49 (331) 568 1513
Telefax: +49 (331) 568 2514
E-Mail: kerstin.dohrmann@iap.fraunhofer.de

 

Weitere Informationen erhalten Sie über das Netzwerk der Technologietransferstellen im Land Brandenburg iq brandenburg.


 


Relevante Wissenschaftseinrichtungen für das Branchen-Kompetenzfeld


Hochschulen

  • Brandenburgische Technische Universität Cottbus

Lehrstuhl Chemische Reaktionstechnik

Schwerpunkte:
Entwicklung innovativer konventioneller und biotechnologischer Konversionsverfahren zur Nutzbarmachung nachwachsender Rohstoffe als alternative Rohstoffe (insbesondere Lignozellulose), Biokatalyse, Reaktorauslegung


Lehrstuhl Physikalische Chemie und Analytik

Schwerpunkte:
Transiente photonische Strukturen (Pulsschneiden und Puls-Reshaping, ultraschnelles Rechnen mit Licht), Dynamik der Laserablation an Halbleiter- und dielektrischen Materialien, Aufklärung vergrabener Defekte an Si/SiO2-und Si/Si-Grenzflächen neuartiger Direct-bonding-Strukturen, dynamische Prozesse an der Phasengrenzfläche Öl/Wasser


Lehrstuhl Polymermaterialien

Schwerpunkte:
Hochvernetzte Polymere (Reaktivharze/Duromere) für Anwendungen in allen Branchen, insbesondere für die Verkehrstechnik (vor allem Luftfahrt), die Informations- und Kommunikationstechnik sowie die Gerätetechnik

  • Hochschule Lausitz (FH)

Studiengang Chemieingenieurwesen

Schwerpunkte:
Anorganische, organische und physikalische Chemie, chemische Reaktionstechnik


Studiengang Maschinenbau

Schwerpunkte:
Kunststoff- und Gummiverarbeitung, Werkzeuge und Vorrichtung in der Kunststofftechnik, Aufbereitung von Basispolymeren zu Hochleistungskunststoffen


  • Technische Hochschule Wildau (FH)

Studiengang Verfahrenstechnik

Schwerpunkte:
Verarbeitung von Thermoplasten (PET, PBT), Entwicklung von Kompositwerkstoffen, Polymerlegierungen und neuen Materialien aus Thermoplast und Duromeren, Recycling, Verfahrens- und Apparateentwicklung, Umweltanalytik, chemische Thermodynamik, thermische Trennverfahren


  • Universität Potsdam

Lehrstuhl Angewandte Polymerchemie

Schwerpunkte:
Polymersynthese, Aufbau von Polyelektrolyten, Polymerisationsprozesse und polymeranalytik in Ionen-Liquiden, Nanowissenschaften


Lehrstuhl Anorganische Chemie

Schwerpunkte:
Festkörperchemie, anorganische Werkstoffe, Elektrochemie, analytische Chemie, metallorganische Chemie


Lehrstuhl Bioorganische Chemie

Schwerpunkte:
Norrish-Yang-Reaktion, Spinzentrenverschiebung, Photo-Dehydro-Diels-Alder-Reaktion, molekulare Stäbe, Sonden


Lehrstuhl Didaktik der Chemie

Schwerpunkte:
Ozon als Schadstoff, Ozon als Hilfsmittel für den Menschen in der Technik, Kolloide, Wasseranalytik, Entwickeln geeigneter Experimente für die Behandlung im Chemieunterricht


Lehrstuhl Kolloidchemie

Schwerpunkte:
Synthese und Charakterisierung von Polyelektrolyten, Wechselwirkungen zwischen kolloidalen Partikeln und Polyelektrolyten, Polyelektrolyte in selbstorganisierten kolloidalen Systemen, Nanopartikelbildung in Templatphasen


Lehrstuhl Materialen in den Lebenswissenschaften

Schwerpunkte:
Entwicklung von Biomaterialien für das Tissue Engineering von Geweben und die Herstellung von Adsorber- und Trägermaterialien für Apherese und Biohybridorgane zur Unterstützung von Organsystemen, multifunktionale Materialien mit kombinierten Materialfunktionen (z.B. Biokompatibilität, Biodegradierbarkeit, spezifische Oberflächeneigenschaften, Formgedächtniseigenschaften)


Lehrstuhl Naturstoffchemie

Schwerpunkte:
Isolierung, Struktur und chemische Modifikation von Biopolymeren, Biomaterialien, Synthesen von Enzyminhibitoren, Naturstoffe aus Afrikanischen Pflanzen


Lehrstuhl Organische Chemie

Schwerpunkt:
Oxidationen, Übergangsmetall-induzierte Radikalreaktionen, neue Wege zu substituierten Aromaten, Naturstoff-Synthesen


Lehrstuhl Organische Synthesechemie

Schwerpunkte:
Tandem RCM-isomerization sequence, Tandem RCM-atom transfer radical addition (ATRC) sequence, Chemie der Kohlenhydrate


Lehrstuhl Physikalische Chemie

Schwerpunkte:
Untersuchung photophysikalischer und photochemischer Elementarprozesse in organischen Molekülen, Optische Sensorik & Biomonitoring, Umweltchemie und Umweltanalytik


Lehrstuhl Polymerchemie

Schwerpunkte:
Polymerisation überkritischen Kohlendioxids, Kinetik und Mechanik radikaler Polymerisation, Polymerisation von Ionen-Liquids, Modellierung von Polymerisationsprozessen


Lehrstuhl Strukturanalytik

Schwerpunkte:
NMR-Spektroskopie, Massenspektrometrie mittels Elektrospray-Ionisation oder Gaschromatographie (z.B. Fragmentierungsmechanismen ausgewählter Verbindungen, Identifizierung und Quantifizierung der Inhaltsstoffe
verschiedener Nutzpflanzen), Berechnung molekularer Eigenschaften mittels Molecular Modelling und  Quantenmechanik


Lehrstuhl Supramolekulare Chemie

Schwerpunkte:
Anorganische Nanopartikel und funktionelle Hybridmaterialien aus Ionen-Liquids, Bionik-Mineralisation


Lehrstuhl Theoretische Chemie

Schwerpunkte:
Foto- und STM- (Scanning Tunneling Microscope) induzierte Oberflächenprozesse, adiabatische Dynamik an Oberflächen, Elektronendynamik in molekularen und Festkörpersystemen

 

Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung

Schwerpunkte: 
Optimierte Gewinnung, Charakterisierung und Verarbeitung von Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen; Polytronik/Elektronik mit Kunststoffen, lichtsensitive/-emittierende Polymersysteme, polymere Mikropartikel zum Verpacken von Zusatzstoffen; wasserlösliche Polymere für Umwelttechnik und Produktveredelungen


Fraunhofer-Einrichtung für Polymermaterialien und Composite

Schwerpunkte:
Hochtemperaturstabile, bruchzähe Duromere für beliebige Anwendungen; umweltverträgliche Reaktivharze; Polymere mit einstellbarer mechanischer Dämpfung und Steifigkeit; NLO-Polymere mit hoher Relaxationsstabilität; "Snap-cure" Harze; Polymere mit Sollbruchstellen; flexible Polymersubstrate für Displayanwendungen mit guten Barriereeigenschaften gegen Wasser und Sauerstoff


Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Zentrum für Material- und Küstenforschung, mit Institur für Polymerforschung in Teltow

Schwerpunkte:
Entwicklung von innovativen, polymerbasierten Biomaterialien für medizinische Anwendungen (verschiedenartige Kunststoffe, aktive Implantate für die minimal-invasive Chirurgie, Adsorbermaterialien für Filtersysteme oder anderen Entgiftungsverfahren von Körperflüssigkeiten außerhalb des Körpers), Trenn- und Umwelttechniken mit Hilfe von Membranen


Institut für Dünnschichttechnologie und Mikrosensorik e.V.

Schwerpunkte:
Entwicklung von Spezialpolymeren, Synthese von Spezialchemikalien,
Materialentwicklungen für Anwendungen in der  Mikro- und Biosensorik,
Strukturcharakterisierung (Raster-Sonden-Mikroskopie, IR-Spektroskopie, UV-VIS-Spektroskopie, Randwinkel-Untersuchungen, Polarisationsmikroskopie, HPLC/GPC, Fluoreszenzspektroskopie), Kunststoffrecycling, Mikro- und Nanostrukturierung,
Entwicklung elektrisch leitender Polymerer und elektrochromer Schichten


Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung

Schwerpunkte:
polymere Filme, Membranen, organische und anorganische Nanostrukturen, Mikrokapseln, Nano- und Mikroreaktoren, Polymerdispersionen, Polyelektrolyte, Kolloidstrukturen und –analytik, Biomimetische Materialien und Biotemplate, Grenzflächen und Membranen, geladene Polymere und Kolloide, flüssige Grenzflächen, Makromoleküle an festen Oberflächen, Oberflächenspannungsmessungen mittels Röntgenbeugung und Fluoreszenzmikroskopie


Prignitzer Institut für Thermoanalytik e.V. (PIT)

Schwerpunkte:
Grundlagenforschung und angewandte Entwicklung im Bereich thermoanalytischer Verfahren, Ausbildung und Qualifizierung für Studenten, Absolventen und Mitarbeiter von Betrieben

 


 

    Ansprechpartner

    Andreas Rothe

    Andreas Rothe
    Automotive, Kunststoffverarbeitung, Leichtbau
    T +49 - (0)3 31- 6 60- 31 30
    F +49- (0)3 31- 6 60- 32 35
    E andreas.rothe@zab-brandenburg.de


    Gudrun Fahrland

    Gudrun Fahrland
    Nahrungsmittel, Holz, Papier, Chemie
    T +49- (0)3 31- 6 60- 31 25
    F +49- (0)3 31- 6 60- 32 35
    E gudrun.fahrland@zab-brandenburg.de


    Downloads

    Branchenbroschüre Chemie- und Kunststoffindustrie

    Branchenstrategie Chemie- und Kunststoffindustrie


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